Flugpatenschaft

J. H. aus Edemissen berichtet über seine
1. Flugpatenschaft:

Den Begriff "Flugpatenschaften" kenne ich, dank meiner Ehefrau, erst seit ein paar Wochen.

Jetzt kann ich ihn mit Inhalt füllen, weil ich Teil einer "Flugpatenfamilie" (u.a. für "Filou") von Mallorca nach Hannover gewesen bin.

Vorher keine Ahnung, Diskussion mit der Angetrauten, viele Fragen nach dem Sinn der ganzen Angelegenheit und einer eigentlich unnötigen Belastung für das Urlaubsende.

Es hat mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet, wegen aller zu erwartenden erdenklichen Schwierigkeiten und Probleme.

Und gab es welche? Nein!

Es gab überhaupt keine Probleme. Die Hunde wurden von ihren Betreuern in den Transportboxen direkt zu uns an den Check-In-Schalter gebracht.

Es folgten nette Übergabegespräche mit Aushändigen der Impfpässe, kurzes Kennenlernen der Hunde und Einchecken und Verladen der Vierbeiner.


Flugpatenfamilie H. mit "Filou"

Das war es bis Hannover. Dort das ganze Procedere rückwärts.

Es war für mich ein völlig nüchterner Ablauf, aber doch sehr emotional besetzt mit dem Bewußtsein, dass ich mit dazu beitragen durfte, drei hilfebedürftigen Wesen ein besseres Leben zu schaffen.

Das ist für mich der Sinn. Der persönliche Aufwand ist gering.

Mitmachen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Flugpaten werden wirklich gebraucht!

Der Tierschutz im Ausland ist für unsere Verhältnisse oft kaum vorstellbar, selbst in unseren europäischen Nachbarländern ist das Tier eine Ware, die weggeworfen wird, wenn man sie nicht mehr benötigt. Sei es ein nicht "schussfester" Jagdhund, oder die Welpen, die unweigerlich produziert werden, weil die Kastrationsprojekte und die Aufklärung der Bevölkerung noch nicht so weit vorgedrungen ist.

Es gibt auch bei uns Hunde in den Tierheimen, Hunde die zu Weihnachten verschenkt, aber nicht gewollt werden, Hunde die in der Urlaubszeit lästig sind. Sie landen in den Tierheimen, oder Pflegestellen, die keinesfalls mit den im Ausland befindlichen Tierheimen zu vergleichen sind. Vor allen Dingen werden sie nicht einfach getötet und sie erhalten hier auch eine gute tierärztliche Betreuung.

Sicherlich gibt es auch im Ausland schon entsprechende Einrichtungen, die sind aber in vielen Ländern noch sehr rar.

Wir sind zum Auslandstierschutz durch unseren Paul gekommen, der in Spanien wohl zuerst in einer Familie gelebt hat, dann aber in den Bergen an einem Baum angebunden wurde. Damit war der Gegenstand Hund entsorgt. Er sollte elendig in der heißen Mittelmeersonne sterben, nein krepieren, das trifft es wohl eher.
Zum Glück hatten Tierschützer ihn dort gefunden und gerettet. Unser Paulchen lebte noch 8 Jahre bei uns.

Auch viele deutsche Tierheime vermitteln gern Hunde aus dem Ausland, denn sie sind hervorragend sozialisiert und können sich in ein bestehendes Rudel sehr gut einfügen. Der Trend geht zum Zweit- oder gar zum Dritthund. Der Tierschutz sollte nicht an der Grenze aufhören, auch wenn die Grenzen kaum noch erkennbar sind.

Viele Hunde kommen mit dem Flugzeug nach Deutschland. Die meisten Fluggesellschaften lassen Tiere nicht allein fliegen, deshalb können Sie helfen, indem Sie sich als Flugpate zur Verfügung stellen, wodurch Ihnen keine Kosten entstehen.



Der Ablauf:

  • Flugpaten werden nicht nur für Tiere gebraucht, auch die leeren Transportboxen müssen wieder zurück.
  • Wir brauchen Ihren Namen, die Flugdaten und ggf. Ihre Handynummer.
  • Die Tierschutzorganisation meldet den Hund oder die Box an und zahlt die Gebühr für den Transport.
  • Routinierte Flugpaten melden die Tiere schon bei der Buchung mit an.
  • Am Flughafen wird Ihnen das Tier gebracht. Sie erhalten alle erforderlichen Papiere. Dann checken Sie ein.
  • Manchmal wird der Hund und die Box noch einmal gewogen, Ihr Gepäck wird eingecheckt und dann geht es zum Sondergepäckschalter. Hier wird der Hund in der Box mitsamt den Papieren entgegengenommen.
  • Jetzt können sie sich von ihrem Tierschutzhelfer verabschieden und den Flug genießen.
  • Bei der Ankunft nehmen Sie sich gleich einen Gepäckwagen, oder auch zwei...., warten auf Ihr Gepäck und bekommen das Tier oder die Box wieder am Sondergepäck-Schalter.
  • Dann geht es ggf. durch den Zoll. Sie legen die Papiere vor und gehen in die Flughafenhalle. Dort werden Sie von der Tierschutzorganisation, oder vom zukünftigen Herrchen schon erwartet.
Das war es auch schon.



Falls wir von der Hunde-Brücke, oder unsere befreundeten Tierschutzorganisationen mal keinen Flugpaten benötigen, was auch mal vorkommen kann, dann besuchen Sie doch einmal die Tierschutzorganisation an ihrem Urlaubsort.

Sehen sich dort um und bieten Sie sich als Flugpate zu Ihrem Heimatflughafen an.



Möchten Sie gern mehr erfahren oder sich als Flugpate zur Verfügung stellen, melden Sie sich bitte bei uns. In unserem Kontaktformular finden Sie unsere Telefonnummern und die Möglichkeit, eine Nachricht zu senden.


 
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